Micron Document
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<title>Clicks &amp; Cuts</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Clicks &amp; Cuts</span></h1>
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<p><b>Clicks &amp; Cuts</b> [<style data-mw-deduplicate="TemplateStyles:r227981795">
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/* end https://de.wikipedia.org/ */
</style><span class="navigation-not-searchable"><span class="IPA"><a href="Liste_der_IPA-Zeichen" title="Liste der IPA-Zeichen"><span title="Aussprache im Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA)" lang="zxx">ˌklɪksənˈkʌts</span></a></span></span>] ist eine experimentelle Spielart der populären <a href="Elektronische_Musik" title="Elektronische Musik">elektronischen Musik</a>, die sich in den ausgehenden 1990er Jahren entwickelte. Schnittmengen bestehen mit <a href="Noise_(Musik)" title="Noise (Musik)">Noise</a>, <a href="Techno" title="Techno">Techno</a>, <a href="House" title="House">House</a>, <a href="Industrial" title="Industrial">Industrial</a>, Nudub, <a href="Hardcore_Techno" title="Hardcore Techno">Hardcore Techno</a>, <a href="Electronica_(Musik)" title="Electronica (Musik)">Electronica</a> und <a href="Ambient" title="Ambient">Ambient</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Entstehungsbedingungen">Entstehungsbedingungen</h2></div>
<p>Eine wichtige Grundlage war die fortschreitende <a href="Computerisierung" class="mw-redirect" title="Computerisierung">Computerisierung</a> der Musikproduktion Mitte der 1990er Jahre. Niemand benötigte mehr einen alleinstehenden <a href="Sampler_(Klangerzeuger)" title="Sampler (Klangerzeuger)">Sampler</a> oder andere, aufwendige Geräte. Es reichte ein simples <a href="Notebook" title="Notebook">Notebook</a> mit einer entsprechenden <a href="Musiksoftware" title="Musiksoftware">Musiksoftware</a>. Jeder Klang ließ sich dabei einfach am Computer sampeln oder generieren und bis zur Unkenntlichkeit manipulieren und verändern.
</p><p>Viele Musiker produzieren fast ausschließlich am Laptop. Es sind oft klassische <i>Bedroom Producer</i>, d.&nbsp;h., sie produzieren in ihren eigenen vier Wänden statt in einem Studio. Teure Musikstudios sind mit Ausnahme des <a href="Mastering_(Audio)" title="Mastering (Audio)">Mastering</a> praktisch nicht mehr nötig. Moderne Notebooks und ausgeklügelte Produktionssoftware haben den Musikproduktionsprozess dabei revolutioniert.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Name">Name</h2></div>
<p><a href="Achim_Szepanski" title="Achim Szepanski">Achim Szepanski</a>, Gründer des deutschen Labels <a href="Mille_Plateaux" title="Mille Plateaux">Mille Plateaux</a>, sieht im Begriff „Clicks &amp; Cuts“ eher eine Herangehensweise an die Musik, als eine stilistische Genrebeschreibung: „Mit dem Begriff 'Clicks &amp; Cuts' sucht man letztlich nach einem Genre, das eigentlich keines ist. Es geht um Differenzproduktion: Verschachtelungen und Verschiebungen werden dynamisiert und verzeitlicht.<sup id="cite_ref-telepolis_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-telepolis-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>“ Der Begriff bezieht sich einerseits auf die mit Sequenzerprogrammen möglichen <i>Cuts</i> − „Damit ist die programmgesteuerte Verarbeitung des musikalischen Materials als selbsttätig ablaufende Transformation angesprochen. Die Vielfalt von Optionen zieht nonlineares 'Komponieren' und Echtzeit-Multitasking nach sich.<sup id="cite_ref-telepolis_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-telepolis-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>“, andererseits auf <i>Clicks</i>, die „das metastatische Wuchern von elektronischen Musiken [repräsentieren]. Sie liegen in einem Dazwischen, sind zugleich referenzlos und omnipräsent.<sup id="cite_ref-telepolis_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-telepolis-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>“
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Livepräsentation"><span id="Livepr.C3.A4sentation"></span>Livepräsentation</h2></div>
<p>Viele Laptop-Musiker treten als Live Acts auf, zumal es mittlerweile viele ernstzunehmende Plattformen (Festivals, Veranstaltungsreihen usw.) für Laptop-Musiker gibt (die größten regelmäßigen Veranstaltungen sind die Festivals <a href="S%C3%B3nar" title="Sónar">Sónar</a> in Barcelona und Mutek in Montreal). Einige Acts wie <a href="Mouse_on_Mars" title="Mouse on Mars">Mouse on Mars</a> treten dabei jedoch als Bandformation auf und versuchen ihre Musik auf fassbarere akustische und elektronische Instrumente zu übertragen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Glitch">Glitch</h2></div>
<div class="hauptartikel" role="navigation"><span class="hauptartikel-pfeil" title="siehe" aria-hidden="true" role="presentation">→&nbsp;</span><i><span class="hauptartikel-text">Hauptartikel</span>: <a href="Glitch_(Musik)" title="Glitch (Musik)">Glitch (Musik)</a></i></div>
<p>Glitch ist ein dem Clicks &amp; Cuts verwandtes Genre, welches ebenfalls stark durch die frühen Entwicklungen des Musiklabels <a href="Mille_Plateaux" title="Mille Plateaux">Mille Plateaux</a> geprägt wurde. Glitch basiert auf der Ästhetik digitaler Störgeräusche, (vermeintlich) zufälliger Klangereignisse oder <a href="Programmierung" title="Programmierung">programmierter</a> <a href="Algorithmus" title="Algorithmus">Algorithmen</a>. Die Bezeichnung lehnt sich an den gleichnamigen Begriff aus der Elektronik an: Dort bezeichnet <a href="Glitch_(Elektronik)" title="Glitch (Elektronik)">Glitch</a> Fehler in Schaltkreisen. Der Begriff ist also rein über die Produktionsmethode definiert, dabei können sehr unterschiedliche ästhetische Ergebnisse das Resultat sein, die nicht an die eigentliche Ästhetik von Clicks &amp; Cuts gebunden sind.
</p><p>So kann z. B. eine verkratzte und daher hängende und springende CD mit ihrem typischen Klang zum zentralen Thema eines Musikstücks werden. Diese Ästhetik wurde zum Kennzeichen von <a href="Oval_(Musikprojekt)" title="Oval (Musikprojekt)">Oval</a>, auch nachdem sie nicht mehr das echte Sprunggeräusch verwandten, sondern rein mit Klangsynthese-Software arbeiteten. Auch musikfremde Daten, wie beispielsweise die <a href="Logdatei" title="Logdatei">Logdateien</a> eines Webservers, lassen sich in Musik umwandeln, die dadurch zufällige Strukturen bekommt (so bei den Österreichern Farmers Manual).
</p><p>Andere Vertreter gehen dabei mit erheblich weniger radikalen Ästhetiken vor. Der Berliner Musiker <a href="Pole_(Musiker)" title="Pole (Musiker)">Pole</a> nutzt einen defekten Filter, den namensgebenden "4-pole" der Firma Waldorf. Sobald es in Gebrauch genommen wurde, produzierte es, ursprünglich ungewünscht, kratzende und knisternde Geräusche, die variierten, sich dabei aber wie von selbst musikalisch am Input orientierten. Die Produktionsmethode führte dabei zu einer Ästhetik, die der des jamaikanischen <a href="Dub_(Musik)" class="mw-redirect" title="Dub (Musik)">Dub</a> so nahe war, dass man bald von Citydub oder Nudub sprach.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Quellen">Quellen</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-telepolis-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-telepolis_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-telepolis_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-telepolis_1-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Aram Lintzel: <i><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.heise.de/tp/features/Der-Sound-der-Transcodierung-3448544.html">Der Sound der Transcodierung</a></i>, Interview mit Achim Szepanski, 28. April 2001</span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Marcus S. Kleiner und Achim Szepanski (Herausgeber): <i>Soundcultures – Über elektronische und digitale Musik</i>. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2003. ISBN 978-3-518-12303-4.</li></ul></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-03-27" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=Clicks_%26_Cuts&amp;oldid=254588160">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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